Zivilcourage auf dem Nullpunkt

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Bern, Sonntagmorgen. Kalt. Mein Sohn und ich sind auf dem Weg zum Bahnhof, um meine Eltern abzuholen, die uns besuchen wollen. Wir freuen uns auf den Familientag. Alles ist vorbereitet.
Auf halber Strecke begegnen uns ein Mann und eine Frau. Sie streiten. Die Frau weint und fleht den Mann an, sie in Ruhe zu lassen. Doch dieser denkt nicht daran, beschimpft sie weiter und packt sie immer wieder am Arm. Die Frau bittet Passanten um Hilfe, doch keiner kümmert sich. Nur ich bleibe stehen – meinen 5-jährigen Sohn an der Hand. In so einer Situation kann man doch nicht einfach weiterlaufen. Ich sage nichts, doch alleine mein Blick reicht aus, um die Aufmerksamkeit des mittlerweile in Rage geratenen Mannes auf mich zu ziehen. Mit hochrotem Kopf und herausstehenden Pupillen schreit er: „Hast du ein Problem, du… „ und dann folgen Worte, die ich allen ersparen möchte. Ich denke an meinen Sohn und sage: „Nein, kein Problem, alles in Ordnung.“ Der Mann versetzt seiner Begleiterin noch einen heftigen Fusstritt in die Beine. Daraufhin kommt er schnaubend auf uns zu. Die Frau nutzt diesen Augenblick, um zu flüchten. Doch mein Problem ist noch nicht gelöst. Wir drehen uns um und setzen uns in Bewegung – langsam. Er läuft uns hinterher und beschimpft mich aufs Wüsteste. Ich sage zu meinem Sohn, der mittlerweile angefangen hat, zu weinen, dass alles in Ordnung sei und er keine Angst zu haben brauche. Am Fussgängerstreifen holt er uns ein und setzt seine verbalen Attacken fort. Irgend etwas ist da in seinen wässrigen Augen. Ob die Spuren von Alkohol oder anderen Drogen, weiss ich nicht. Jedenfalls geht mir blitzartig die Geschichte von tobenden Crack-Junkies durch den Kopf, die nicht einmal von mehreren bewaffneten Polizisten gebändigt werden konnten, weil die Süchtigen keine Schmerzen mehr verspürten.
Ich sage dem Mann, dass er ruhig bleiben soll und wir gehen weiter. Noch ca. 100 Meter läuft er uns hinterher – schreit und beschimpft mich. Ich reagiere nicht, obowohl ich nicht sicher bin, ob er mich plötzlich von hinten anspringt. Dann lässt er endlich von uns ab.
Drei Punkte beelenden mich an diesem Erlebnis besonders:

Was ist eigentlich mit den Leuten los? Warum hält niemand an, wenn eine Frau auf offener Strasse attackiert wird? Mindestens 5 Personen haben das Treiben gesehen und sind einfach weitergegangen.
Warum ist niemand eingeschritten, als mein Sohn und ich als Blitzableiter für diesen unkontrollierbaren Wüterich herhalten mussten. Mindestens 20 bis 30 Personen hätten eingreifen können. Keiner hat es getan.
Die gegen mich gerichteten Beschimpfungen, die mein Sohn mit anhören musste, waren unter aller Kanone. Ich hätte ihm eine solche Szene nur allzu gern erspart.

So ehrlich muss ich sein: Wäre ich alleine unterwegs gewesen, hätte ich wahrscheinlich körperliche Gewalt angewendet – die einzige Sprache, die der Mann in diesem Moment verstanden hätte. Wie es dann ausgegangen wäre, bleibt dahingestellt – mit grosser Wahrscheinlichkeit aber ziemlich unschön.

Die Sache hatte aber trotz allem auch ein paar positive Aspekte:
Die Frau konnte sich in Sicherheit bringen.
Niemand wurde verletzt.
Meine wortlose Deeskalationsstrategie war letztendlich erfolgreich und ich bin nach wie vor davon überzeugt, das Richtige getan zu haben. Ob ich es nächstes Mal nochmals tun würde, wenn ich mit meinen Kindern unterwegs bin, weiss ich allerdings ehrlich gesagt nicht . Das Ganze war halt einfach schon verdammt unangenehm. Und genau dort sind wir beim Kern des Problems. Die Zivilcourage scheint auf einem absoluten Nullpunkt angekommen zu sein. Hier muss etwas unternommen werden – und zwar schnell.

Wäre ich verantwortlich dafür, eine Kampagne zur Steigerung der Zivilcourage zu konzipieren würde ich in etwa so vorgehen:
In ihrem bemerkenswerten Buch „Switch – how to change things“ sprechen die Gebrüder Chip und Dan Heath einen interessanten Aspekt an. Sie sagen, wenn sich tatsächlich etwas verändern soll, muss man sich auf so genannte „bright spots“ konzentrieren – also auf Elemente innerhalb eines Prozesses, die bereits gut funktionieren. Diese Elemente gilt es dann, konsequent zu fördern und umzusetzen.
Im vorliegenden Fall wären dies Situationen, in denen Zivilcourage bereits erfolgreich war. Diese Situationen müsste man dann genau untersuchen, um herauszufinden, was die Erfolgsfaktoren waren – zum Beispiel: Welche Werthaltungen haben jene Personen, die selbstlos eingeschritten sind? Was dachten sie in diesem Moment? Dachten sie überhaupt an etwas? Wie sind sie aufgewachsen? Was machen sie beruflich? Haben sie Familie oder sind sie eher alleinstehend? Sind sie gross und stark oder etwa doch nicht? Und, und, und.
Ich bin sicher, dass im Rahmen einer solchen Untersuchung sehr viele sehr wertvolle Informationen ans Tageslicht kämen. In einem nächsten Schritt würde ich ein packendes, strategisches Ziel definieren und die gewonnen Informationen – angereichert mit einer umfassenden Situationsanalyse – in geeignete Kommunikationsinstrumente überführen. Das wäre vielleicht ein Programm für Schulen, ein Trainingsprogramm für Erwachsene, die Gründung eines Vereins, Viralspots, eine Wanderausstellung, Studien, griffige Kleininserate, Opfer-Geschichten, Leserbrief-Aktionen oder sonst irgend etwas – je nachdem, was nach einem pragmatischen Test am besten funktionieren würde.
Es gibt bereits umfangreiches Forschungsmaterial in Sachen Zivilcourage. Wenn es mein sehr begrenztes Zeitbudget zulässt, werde ich mich der Sache mal annehmen.

Ohne Bauch nix los

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Ok, ich gehöre zu denen, die sich gestern ein Ja zur Anpassung des Mindest-Umwandlungssatzes gewünscht hätten – und zwar aus dem einfachen Grund, weil auch die jüngeren Generationen dereinst noch eine gute Rente erhalten sollten. Dass es anders kam, war seit Monaten absehbar. Die Wucht des Neins überraschte aber trotzdem.
Auch einen Tag  nach der Abstimmung wage ich die These, dass kaum jemand weiss, was ein Umwandlungssatz überhaupt ist, dass aber alle, die Nein gestimmt haben, froh sind, dass sie den „Rentenklau“ verhindern konnten.
Auf der einen Seite wurde sachlich, auf der anderen emotional kommuniziert. Einmal mehr haben sich wenig überraschend die Emotionen durchgesetzt. Jeder hört eben nur, was er versteht.
Die Komplexität der Thematik 2. Säule an Herr und Frau Schweizer zu bringen, war und ist eine Herkulesaufgabe. Aufgrund dieser Tatsache meinte ein guter Bekannter von mir, dass man die Schweizer Bevölkerung in solchen Fällen eigentlich gar nicht abstimmen lassen sollte. Davon halte ich persönlich aber nichts. Der Wert der direkten Demokratie ist in meinen Augen in jedem Fall höher zu gewichten als einer allfälligen Überforderungen der Stimmbürger vorbeugen zu wollen. Wenn man es nicht schafft, einem Normalbürger zu erklären, was man will, nützt auch keine „Entmündigung“.
Fakt ist, dass es der Gegnerschaft sehr gut gelungen ist, mit ihren Botschaften durchzudringen – und zwar, weil sie die Komplexität reduziert und klar auf Emotionen gesetzt haben. Dass dies mit der klaren Lüge vom Rentenklau erreicht wurde, ist natürlich bitter und zeugt von wenig Anstand.
Auch die Befürworter hätten deutlich klarer und emotionaler kommunizieren können. Es fehlte aber letztendlich an der nötigen Konsequenz. Man kann nicht emotional und kristallklar kommunizieren und dabei niemandem auf die Füsse treten. Die Befürworterschaft hat sich in gewissem Sinne selbst Grenzen auferlegt, welche es verunmöglichten, zur Bevölkerung durchzudringen.
Übrigens: All jene, die jetzt denken, nach dem Nein sei alles in Ordnung, täuschen sich gewaltig. Das krampfhafte Festhalten am Status Quo löst kein einziges Problem. Bestehende Renten werden im Rahmen der Opfersymmetrie unweigerlich unter Druck geraten, weil höhere Beiträge und ein höheres Pensionsalter diskutiert werden müssen. Besitzstandswahrung wird es nicht mehr geben. Denn die Jungen werden nicht freiwillig mehr einzahlen und zwei Jahre länger arbeiten, um im Gegenzug erst noch eine deutlich tiefere Rente als die heutigen Bezüger zu bekommen. Ein Generationenkonflikt scheint aus heutiger Sicht unvermeidlich.
Die Kürzung der Renten wird dann der nächste „Tabubruch“ sein. Die Linke wird wieder reflexartig Sozialabbau schreien und sich keinen Deut um die Finanzierbarkeit ihrer Begehren scheren.
Mit einer massvollen Anpassung des Mindest-Umwandlungssatzes hätte man dieses äusserst unangenehme und kräftezehrende Szenario verhindern können.

Umwandlungssatz: Keine Chance ohne Emotionen!

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Der zweite Politradar befasst sich mit der kommenden Abstimmung über eine Anpassung des BVG-Umwandlungssatzes. Wir beobachten das Thema seit Beginn des Jahres. Überraschend: Die Befürworter einer Anpassung sind in deutschschweizer Online-Medien deutlich präsenter – dringen aber mit ihren Botschaften einfach nicht durch. Der Grund sind die fehlenden Emotionen. Die Gegner machen es besser. Auch wenn mit Unwahrheiten gearbeitet wird.

Das Fazit unserer Internet-Beobachtung, welche mittels modernster semantischer Webtechnologie durchgeführt wurde lautet:

Glaubt man der einzigen, bisher publizierten Umfrage, welche Vertreter der Gegnerschaft einer Anpassung des Umwandlungssatzes in Auftrag gegeben haben, würden per Ende Januar 40 Prozent Nein und nur gerade 12 Prozent Ja stimmen. 39 Prozent seien noch unentschlossen. Zu den besonders Unentschlossenen gehören generell die Westschweiz (48 Prozent), die Frauen (44 Prozent) und die jüngste Wählergruppe, so zu sagen die Generation Internet (51 Prozent).
Auch wenn die Präsenz der Befürworter in Online-News bisher grösser war als die der Gegner (positiv wie negativ), befinden sich die Gegner momentan in der deutlich stärkeren Position. Und in grösseren Kantonen wurde das Abstimmungsmaterial bereits versendet, was in Bezug auf die Schlussmobilisierung einiges erahnen lässt.

Kopf oder Herz?

Beide Seiten sind mit interaktiven Kampagnenwebseiten im Internet präsent. Während die Befürworter eines angepassten Umwandlungssatzes bisher u.a. mit der steigenden Lebenserwartung und mit drohenden Rentenlöchern argumentieren, setzen die Gegner vor allem in Form von Rentenklau, überrissenen Verwaltungsgebühren und drohendem Sozialabbau klar auf die emotionale Schiene. Sie verknüpfen das Ganze zudem mit Manager-Boni, UBS-Unterstützung etc. und haben die Debatte so auf eine Neid-Gerechtigkeits-Ebene gehievt.
Eine dermassen komplexe Thematik wie die berufliche Vorsorge ist auf einer rein sachlichen Ebene nicht an den Mann zu bringen. Maximal nur jeder Fünfte kann wahrscheinlich erklären, was ein Umwandlungssatz ist. Aber alle wissen, was klauen bedeutet. Und beklaut werden will niemand. Punkt.
Deswegen gilt auch hier: Die Gegner haben die Emotionen auf ihrer Seite und damit die Nase vorn.
Dies ist umso erstaunlicher, als es sich bei der Anpassung des Mindest-Umwandlungssatzes faktisch keineswegs um einen Klau handelt. Es liegt kein Diebstahl vor, wenn die zukünftige Rente in kleinere Portionen eingeteilt werden muss, weil die Menschen in der Schweiz immer älter werden und die Rente damit länger reichen muss. Doch die Lüge vom Rentenklau verbreitet sich rasend schnell, weil der Begriff sehr knackig, verständlich und emotional ist. Wie sich die Faktenlage momentan präsentiert, wird diese zweifelhafte Strategie am Schluss wohl auch noch aufgehen.

Gibt es für die Befürworter überhaupt noch eine Chance?

Ja. Die gibt es, obwohl alle zur Verfügung stehenden Fakten momentan auf einen Sieg der Gegner schliessen lassen.
Da wir Menschen allesamt höchst emotionale Wesen sind (das gilt übrigens auch für die härtesten Knochen), sind unsere Emotionen IMMER ein entscheidender Faktor (dies ist auch die Grundlage des DREIZWEIEINS Modells). Wer es nur auf der argumentativen Schiene versucht, wird weit seltener Erfolge erzielen als jemand, der auch die emotionale Komponente konsequent mit einbezieht. Die Befürworterschaft täte demnach gut daran, das Thema stark zu emotionalisieren.

Im Rahmen des DREIZWEIEINS Modells gibt es eine Regel:
Wenn man einen stark emotionalen Begriff aus den Köpfen und Herzen der Menschen verbannen will, gibt es nur eine Möglichkeit: Man muss ihn mit einem noch stärkeren emotionalen Begriff, Bild oder einer emotionalen Aktion überlagern.
In Bezug auf die Umwandlungssatz-Debatte könnte dies zum Beispiel Folgendes bedeuten:
Eine flächendeckende Plakat- und Inserate-Kampagne ohne Bild – nur mit der Aufschrift:

«Lieben Sie Ihre Kinder? Ja zum fairen Umwandlungssatz»

Kontrovers aber wirkungsvoll, denn all jene, die Nein stimmen wollen, riskieren ganz bewusst, dass die nachfolgenden Generationen massive Renteneinbussen in Kauf nehmen müssen, weil jetzt ein unrealistischer Status Quo zementiert wird. Und das könnte durchaus als ein Mangel an Liebe interpretiert werden.

Politradar lanciert!

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Netbreeze und DREIZWEIEINS lancieren heute gemeinsam den Politradar. Dabei verfolgen wir mehr als ein Dutzend politisch brisanter Themen mittels semantischer Web-Technologie durch die Weiten des Internets. Das erste Thema befasst sich mit den Online-Auswirkungen der Minarett-Initiative und beinhaltet einige sehr interessante Erkenntnisse. So macht die Auswertung unter anderem deutlich, dass es in der Online-Welt bisher keine flächendeckenden Boykott- und/oder Sanktionsaufrufe gegen die Schweiz gegeben hat. Mit der Betonung auf bisher. Denn wenn wir uns an die heftigen Reaktionen auf die dänischen Mohammed-Karikaturen erinnern, wird deutlich, dass zwischen der Veröffentlichung der Karikaturen und der grossen Welle der Empörung mehr als drei Monate lagen. Insofern ist für uns klar, dass wir das Thema Minarett intensiv weiterverfolgen.

Wir beobachten systematisch Online-News, Blogs und Microblogs (Twitter) in den Sprachen English, Deutsch, Französisch und Arabisch. Das umfassende Screening läuft bereits seit dem 17. November 2009.

Mit Hilfe semantischer Webtechnologie ist es möglich, jederzeit per Knopfdruck einen detaillierten und strukturierten Überblick über die schier endlosen Publikationen im Internet zu erhalten. Ausserdem können spezifische Themen kostengünstig und effizient über einen längeren Zeitraum hinweg verfolgt werden. Sehr häufig fördert diese konzentrierte Aufmerksamkeit neue Themen zutage und lässt auch die Berechnung von Trends zu.

Im Monatsabstand beleuchten wir die Entwicklung eines spannenden Polit-Themas.

Schauen Sie doch mal beim Politradar vorbei. Wir freuen uns auf Sie!

Harald Burgener

Carrotmob: Umsatz steigern UND sinnvolle Projekte unterstützen

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Ein Carrotmob ist ein umgekehrter Boykott. Aktivisten rufen für einmal also nicht zu einem Boykott auf, sondern überzeugen ihre Mitglieder und Sympathisanten (ihre Community) davon, bei jemandem einzukaufen. Warum? Weil sich das entsprechende Unternehmen dazu verpflichtet, ein sinnvolles Projekt (sinnvolle Projekte) finanziell zu unterstützen. Weiterführende Informationen finden sich unter kampagnenpraxis.de.

In Zürich fand am letzten Wochenende ein Carrotmob für einen Quartierladen statt. Der Ladenbesitzer verpflichtete sich, 35 Prozent des Umsatzes in energiesparende Kühlanlagen zu investieren – im Gegenzug wurde er von Umweltschützern ganz gezielt empfohlen. Das Resultat: Ein vierfacher Tagesumsatz und die Aussicht auf neue Stammkundschaft.

Ich finde das beeindruckend.

Ein Carrotmob ist eine Art „Füfi-Weggli-und-Bäckersfrau-Strategie“. Die Idee ist so überzeugend, weil nicht nur beide Seiten gewinnen, sondern weil Carrotmobs sehr vielfältig einsetzbar sind. Denken Sie zum Beispiel an den Friseurladen an der Ecke, den örtlichen Elektrohändler, eine gemeinnützige Organisation oder sogar einen Sportverein. Sie alle könnten mittels Carrotmob ihre Einnahmen relativ mühelos steigern und dabei erst noch Gutes tun. Klingt doch gut, oder?

Es gibt zwei Voraussetzungen, die meiner Meinung nach aus Optik eines Geschäftes erfüllt sein müssen:

Es muss eine gut funktionierende, lokal verankerte Community vorhanden sein, welche sich für sinnvolle Projekte einsetzt. Das kann ein Hilfswerk, eine Umweltgruppe aber auch ein Verein sein. (Es bringt nichts, wenn Sie bspw. ein Greenpeace-Projekt unterstützen, Ihr Geschäft aber nur lokal tätig ist und sich an einem Ort befindet, wo Greenpeace nicht verankert ist und keine Mitglieder hat).
Das Unternehmen oder die Organisation, welche einen Carrotmob durchführt, sollte nichts allzu Exklusives oder Spezifisches anbieten, das zwingend ein Vertrauensverhältnis erfordert. Vielmehr empfehlen sich Produkte und Dienstleistungen des täglichen Bedarfs, bei denen es nicht von entscheidender Bedeutung ist, wo man sie einkauft. Für Anwälte, Zahnärzte etc. ist ein Carrotmob meiner Ansicht nach also eher nicht geeignet.

Sind diese beiden Voraussetzungen erfüllt, kann ein Carrotmob ins Auge gefasst werden. Das Vorgehen ist ziemlich einfach:

Finden Sie die richtige Community.
Nehmen Sie Kontakt mit den Verantwortlichen auf.
Definieren Sie gemeinsam ein Ziel, eine Aktion, einen Prozentsatz des Umsatzes sowie klare Zuständigkeiten.
Bestimmen Sie die Dauer der Aktion (Tag, Woche, Monat, Jahr…).
Machen Sie die Aktion bekannt.
Durchführung der Aktion.
Evaluation und Entscheid über eine Weiterführung bzw. eine erneute Durchführung.

Wäre ein Carrotmob vielleicht etwas für Sie? Für weitere Auskünfte und Informationen rund um Carrotmobs stehe ich Ihnen telefonisch oder unter burgener@dreizweieins.ch gerne zur Verfügung.

Harald Burgener

Minarett-Initiative: Emotionen haben einmal mehr gesiegt

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Die Annahme der Minarett-Initiative hat viele überrascht. Der Schweizer Bundesrat macht für das klare Ergebnis vor allem den emotional geführten Abstimmungskampf der Initiativ-Befürworter verantwortlich.

Aha? Ganz was Neues. Ich sage: Jeder Abstimmungs- und Wahlkampf, der nicht emotional geführt wird, kann nicht erfolgreich sein. Menschen können leider nicht anders als emotional zu entscheiden und dies dann anschliessend sich selbst und anderen so objektiv wie möglich zu erklären. Dies wird übrigens durch diverse Erkenntnisse des Neuromarketings bestätigt.

Die Minarett-Initiative war ein typisches Political-Correctness-Geschäft. Nach aussen hin trauten sich nur die Wenigsten ihre Zustimmung auszudrücken. Alleine mit dem Bleistift und mit dem Abstimmungszettel haben viele aber dann im stillen Kämmerlein ihren Emotionen freien Lauf gelassen. Und diese Emotionen hatten in entscheidendem Masse etwas mit dem menschlichen Grundbedürfnis Nr. 1 zu tun: Sicherheit – gefolgt von Nr. 3: Signifikanz. Wer mehr über die Funktionsweise des menschlichen Verhaltens sowie über die damit zusammenhängenden 6 menschlichen Grundbedürfnisse erfahren möchte, kann dies unter www.dreizweieins.ch tun. Einfach Name und E-Mail-Adresse eingeben und schon erhalten Sie die Zugangsdaten zum kostenlosen rund 25-minütigen Video „ Das DREIZWEIEINS Modell – Grundlagen des menschlichen Verhaltens.“

Viel Spass

Harald Burgener

Robert Enkes Freitod ist hoffentlich kein „Tipping Point“

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Der tragische Selbstmord des deutschen Nationaltorhüters Robert Enke beschäftigt die Massen. Ein Mann, der in den Augen vieler zwar vom Schicksal hart geprüft wurde (seine Tochter ist im Alter von zwei Jahren gestorben) trotzdem aber immer noch sehr viel von dem hatte, was andere sich erträumen, wollte nicht mehr leben. Das erscheint vielen einfach unerklärlich.

Die Geschichte von Robert Enkes Freitod liess mich unweigerlich an ein äusserst lesenswertes Buch denken. Es heisst „Tipping Point – Wie kleine Dinge Grosses bewirken können“ und wurde im Jahr 2000 von Malcolm Gladwell geschrieben.

Darin beschreibt der Autor unter anderem eine unheimliche Selbstmordserie in Mikronesien, die sich über fast zwei Jahrzehnte erstreckte. Was früher in Mikronesien fast nie geschah, war plötzlich zur Normalität geworden. Warum?

Malcolm Gladwell führt den sprunghaften Anstieg zu grossen Teilen auf den Freitod eines so genannten Erlaubnis-Gebers zurück. Dabei handelt es sich vereinfacht gesagt um eine Art Vorbild, dessen Tat es anderen quasi „erlaubt“, das Gleiche zu tun.

Es bleibt zu hoffen, dass Robert Enke nicht die Rolle des Erlaubnis-Gebers zukommt. Die Statistiken werden es zeigen.

Harald Burgener

Wir ticken alle mehr oder weniger gleich

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Star-Headhunter Björn Johannson sagte in einem Interview auf NZZ online, dass Personalentscheide auf höchster Ebene (CEO) immer noch sehr schnell getroffen würden. Das sei schon immer so gewesen. «Ich wundere mich immer wieder darüber, wie oft bei Personalentschieden ganz oben immer noch intuitiv entschieden wird. Sobald man jemanden kennengelernt hat, glaubt man sofort zu spüren, das sei jetzt die richtige Person für den Job (…)», so Johannson.

Nun, in meinen Augen ist die Aussage von Björn Johannson ein weiterer Beweis für Erkenntnisse aus dem noch jungen Neuromarketing (eine Mischung aus Hirnforschung und Marketing). Dort hat man nämlich herausgefunden, dass wir alle höchst emotionale Wesen sind. Und das gilt auch für die scheinbar härtesten Knochen.
Wir können gar nicht anders, weil unser Urhirn (auch Reptiliengehirn genannt) nach all den Jahrtausenden der Evolution immer noch einen unglaublich grossen Einfluss auf uns ausübt. Und genau dort sind auch unsere Emotionen angesiedelt.

Im Klartext heisst das: Auch wenn wir es wollen, wir können überhaupt nicht 100% rational entscheiden, diskutieren oder denken. Vielmehr ist es so, dass wir emotional entscheiden und uns und anderen danach eine rationale Erklärung liefern. Da steckt aber keine böse Absicht dahinter. Wir ticken einfach so.

Für all jene, die in der Kommunikationsbranche tätig sind, bedeutet das: Kommunizieren Sie IMMER emotional. Wie das geht und auf welchen Grundlagen unser Verhalten beruht, können Sie dem DREIZWEIEINS-Modell entnehmen. Auf meiner Homepage www.dreizweieins.ch können Sie ein rund 25-minütiges Gratis-Video anfordern. Darin wird neben einer ausführlichen Erläuterung der 6 menschlichen Grundbedürfnisse auch das Neuromarketing kurz gestreift.

Viel Spass und bis zum nächsten Mal

Harald Burgener

ACHTUNG!!! Ich bin jetzt offiziell ein Rebell

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So schnell wird man also zum Outlaw!

Um was geht es?

Wie es aussieht verstosse ich mit meiner 100%-Honorar-Zurück-Garantie gegen den Kodex von Lissabon! Der Kleinreport hat das Thema aufgegriffen und spricht von einem «ethischen» Konflikt.

Der Kodex von Lissabon schreibt vor, was PR-Fachleute tun und lassen dürfen und was nicht. Er stammt aus dem Jahr 1989. Die Mitglieder der Schweizerischen Public Relations Gesellschaft müssen sich an diesen Kodex halten.

Insbesondere geht es um den Artikel 10, der da lautet: «Public Relations-Fachleute dürfen keine vertragliche Vereinbarung eingehen, in denen sie ihrem Auftrag- oder Arbeitgeber messbare Erfolgsgarantien abgeben.»

Es fragt sich bloss weshalb? Warum sollte PR-Fachleuten so etwas verboten werden? Ich vertrete nach wie vor die klare Meinung, dass das, was in anderen Branchen zur Normalität gehört, auch für die Kommunikationsbranche gelten muss.

Ein paar Punkte gilt es zu beachten:

Der Code von Lissabon stammt aus dem Jahr 1989. Und damals sah die Welt der Messbarkeit noch ziemlich anders aus als heute. Dies betrifft nicht nur den online- sondern auch den offline-Bereich.
Die DREIZWEIEINS GmbH ist nicht Mitglied der Schweizerischen Public Relations Gesellschaft, zumal PR nur ein Teil ihres Tätigkeitsgebietes ist.
Die DREIZWEIEINS GmbH verspricht nichts, was sie nicht halten kann. Wenn ein Ziel nicht messbar ist, kann natürlich auch keine 100%-Honorar-Zurück-Garantie abgegeben werden.

Bitte verstehen Sie mich nicht falsch. Ich habe natürlich nicht das Geringste gegen Verhaltensregeln in Form von Kodizes. Im Gegenteil. Es braucht sie meiner Meinung nach heute mehr denn je. Allerdings sollten Sie auch zeitgemäss sein. Deshalb schlage ich der Schweizerischen Public Relations Gesellschaft vor, sich für eine Anpassung des Artikels 10 einzusetzen. Dann werde ich vielleicht auch Mitglied der SPRG…

Unsere Branche muss sich endlich messen lassen – mit allen Konsequenzen!

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Das hat kürzlich ein Freund gemeint, nachdem ich ihm beim Joggen erzählt hatte, dass ich eine 100%-Honorar-Zurück-Garantie anbieten werde. Und nein, ich spinne nicht.
Vielmehr ist es in meinen Augen etwas völlig Normales, dass man an seinem Erfolg gemessen wird – auch in der Kommunikationsbranche.

Seit Jahren höre ich immer wieder die gleichen Vorbehalte: «Der Erfolg von Kommunikation ist nicht messbar», «Kommunikationsmessungen sind zu teuer» oder «unsere Kunden wollen gar keine Messbarkeit».

Ich tue es trotzdem. Warum?

Zuerst einmal: Warum um alles in der Welt sollte die Kommunikationsbranche nach anderen Gesetzmässigkeiten funktionieren als die übrige Geschäftswelt? Richtig. Es gibt keinen plausiblen Grund. Ob Industriebetrieb, Baufirma oder Schreiner – sie alle müssen zur richtigen Zeit die richtige Qualität liefern. Ansonsten drohen Konventionalstrafen und abwandernde Kunden.

Zweitens: Eine 100%-Honorar-Zurück-Garantie hat zwei gewichtige Vorteile:

Der Kunde kann sich sicher fühlen, weil er kein Risiko eingehen muss.
Der Kunde hat die Gewissheit, dass wir zu absoluter Höchstleistung verpflichtet sind (und wir übrigens auch:).

Drittens ist es in den allermeisten Fällen ohne grosse Anstrengungen möglich, klar messbare Ziele zu definieren.

Und Viertens: Ich bin Unternehmer und glaube felsenfest an mein Produkt. Ansonsten könnte ich heute noch die Brocken hinschmeissen.

Präzision ist der Schlüssel zum Erfolg. Die Messbarkeit des Erfolges ist ohne exakte Zieldefinition nicht möglich. Je höher das Mass an Genauigkeit, desto klarer sieht man die nötigen Massnahmen und desto einfacher lassen sich auch Messkriterien definieren.

Das klingt ja alles schön und gut, aber wo ist der Haken? Nun, es gibt keinen. Natürlich können wir die Verantwortung für dramatische äussere Einflüsse wie Naturkatastrophen, Kriege, Wirtschaftskrisen, gravierende Fehlleistungen, Skandale oder ähnliches nicht übernehmen. Und: Die Ziele müssen messbar sein. Abgesehen davon hat die 100%-Honorar-Zurück-Garantie aber volle Gültigkeit. Im Gegenzug gilt: Wird das Ziel zu 100 Prozent erreicht, ist eine Erfolgsbeteiligung zu entrichten.
Zudem bieten wir auch noch ein degressives Modell an, bei dem der Grad der Zielerreichung direkt an das Honorar gekoppelt ist.

Mir ist natürlich bewusst, dass ich trotz allem grosse Risiken eingehe. Bei Misserfolg habe ich gratis gearbeitet (und das als dreifacher Familienvater!).
Aber seien wir ehrlich: Das ist ja auch gut so. Wer bezahlt schon gerne für Mist? Ich auf jeden Fall nicht. Und deshalb soll das auch für unsere Kunden gelten.

In diesem Sinne, alles Gute und hoffentlich bis bald

Harald Burgener